ZGB

     

Exkursionsberichte 2009

Exkursion der ZBG

17. Oktober 2009 Abstecher in die Welt der Baumflechten

Die Exkursion von Kollbrunn durchs Bäntal zu den Tüfels Chilen ist den Baumflechten gewidmet. Der Weg führt uns durch Siedlungsgebiete, entlang von Alleebäumen und durch den Wald zu den eindrücklichen Sinter-Terrassen Tüfels Chilen. Seltenheiten werden wir nicht begegnen, dafür aber Einblick in die Vielfalt der Flechtengesellschaften auf Bäumen in dieser kleinräumig genutzten Kulturlandschaft erhalten. Die Halbtagsexkursion bietet Gelegenheit, die häufigsten Baumflechten des Mittellandes kennenzulernen, Besonderheiten der Biologie der Flechten zu erfahren und zum Abschluss die grösste Kalk-Sinter-Kaskade des Tösstals zu besuchen.

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27. Juni 2009 Wasserpflanzen: Exkursion ins Aargauer Reusstal

Die Reuss und ihre kleinen Zubringer prägen als Gewässer die Aargauer Reusstalebene sehr stark. Die hervorragende Bedeutung als Wohngebiet von Sumpf- und Wasserpflanzen ist seit Stauffer (1960) belegt. Allerdings hat die "Reusstal-sanierung" in den siebziger und achtziger Jahren viel vom ursprünglichen Reichtum zerstört. Doch immer noch ist das Gebiet zwischen Merenschwand und Bremgarten ein wichtiges Refugium für aquatische Pflanzen. Auf kleinem Raum können hier viele verschiedene Arten angetroffen werden. Ein Rundgang im Raum Rottenschwil soll uns Einblick geben in die aktuelle Situation der Wasserpflanzen dieses Gebiets und die Bemühungen, diese stark unter Druck geratene Pflanzengruppe wieder zu fördern.

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13./14. Juni 2009 Waldbrandgebiet Leuk, Felsensteppe, Regendachexperiment

Während der Hitzewelle im August 2003 entfachte ein Brandstifter oberhalb von Leuk ein Feuer, das innerhalb von wenigen Stunden rund 300 ha Wald von 900 bis 2100 m ü.M. vernichtete. Aufgrund der speziellen Ausdehnung des Brandgebiets installierte die Eidg. Forschungsanstalt WSL ein dichtes Netz von Dauerbeobachtungsflächen, wo zwischen 2004 und 2007 die Wiederbesiedlung mit Pflanzen genau erhoben wurde. Noch heute zeugt die grosse Blütenpracht von der rasanten und standörtlich unterschiedlich erfolgten Ausbreitung der Gefässpflanzen. Nirgends in der Schweiz sind derart grosse Bestände von Waldweidenröschen (Epilobium angustifolium) oder von Kanadischem Berufskraut (Conyza canadensis) zu sehen wie hier. Der Erdbeerspinat (Blitum virgatum), der zwei Jahre nach dem Brand überraschenderweise überall aus dem Boden schoss, ist ebenfalls noch zu bewundern. Auf unserer Wanderung vom Brandgebiet hinab zum Talboden durchqueren wir die Pioniervegetation, aber auch die Felsensteppe im wohl artenreichsten Gebiet der Schweiz.

Die Autobahn durch den Pfynwald - Risiken und Chancen

Der Pfynwald mit seinen ausgedehnten, lockeren Föhrenbeständen, seinen Steppenrasen, Feuchtgebieten und der wilden Rhone gilt aufgrund seiner Einmaligkeit als von europäischer Bedeutung. Dies ist berechtigt, haben doch Dutzende von hier vorkommenden Insektenarten ihre nächsten Standorte ausserhalb der Schweiz in vergleichbaren Gebieten in Österreich oder Frankreich. Doch am Idyll nagt der Zahn der Zivilisation. Zahlreich sind die Eingriffe, teils mit verheerender Wirkung. Und nun kommt noch die Autobahn, welche sich mitten durchs Gebiet fressen wird. Zum Glück! Denn dank der A9 wurde ein umfangreiches Revitalisierungsprogramm gestartet, welches dem Pfynwald seine Werte auf Dauer erhalten soll.

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17. Mai 2009 Trockengebiete am Bielersee

Trockenvegetation am Bielersee, mit Trockenwiesen, Trockengebüschen und -wäldern gehören zu den vielfältigsten am Jura-Südfuss. Das kürzlich fertig gestellte Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden der Schweiz (TWW) hat zudem gezeigt, dass diese Hänge zu den bedeutendsten der Schweiz gehören. Stefan Eggenberg hat von 1996 bis 2007 die Kartierungen der TWW geleitet und wird anhand ausgewählter, artenreicher Bielersee-Trockenwiesen das jüngste nationale Biotopinventar erläutern. Neben den durch das TWW erfassten echten Trockenrasen (Xerobromion), Halbtrockenrasen (Mesobromion) und Trockensäumen (Geranion sanguineae) werden auf dem Weg von Le Landeron durch den Wald "Le Chanet“ nach La Neuveville auch Trockengebüsche (Berberidion) und verschiedene Trockenwälder gezeigt.

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26. April 2009 Weiach am Rhein: Aufgelichtete Wälder und Kiesgruben

Im Gebiet Bifig-Soli mit Magerwiesen, Hecken und Gehölzen beginnt das kantonale Naturschutzgebiet und das Projektgebiet "Biotopaufwertung für Schmetterlinge". Auf einem Pfad geht es weiter hinauf zur Fasnachtsflue und dem Stein: Dies sind grössere Felsaufschlüsse des oberen Deckenschotters mit einer reichhaltigen Trockenstandortflora. Hier an der Oberkante des Felsplateaus auf 545 m ü. M. und bei den Felsen und Trockenhängen finden wir Thesium bavarum, Inula hirta, Crepis praemorsa, Amelanchier ovalis und viele weitere interessante Arten in der trockenwarmen Wald-gesellschaft, dem Kronwicken-Eichenmischwald.

Auf dem ebenen Waldweg durch den Waldhainsimsen-Buchenwald gelangen wir an den Nordrand des Plateaus zum Leuenkopf (Wörndel, 500 m ü. M.) mit einem nochmaligen Felskopf und weiteren Trockenstandortpflanzen. Von hier ergibt sich ein guter Ausblick auf den Rhein, das Städtchen Kaiserstuhl und das Kiesgrubenareal, unserem zweiten Ziel. Nun führt der Waldweg wieder hinunter bis zum Nordostrand von Weiach.

Wir verlassen die naturnahen Waldbiotope und gelangen ins das Kiesgrubengebiet. Die ca. 5 ha grosse und 30 Jahre alte, weitgehend ungestörte Kiesgrube Rüteren ist ein Hotspot in mehrfacher Hinsicht. Wir befinden uns hier auf ca. 335 m ü. M., "dem tiefsten“ Punkt im Kanton Zürich. Dank dem trockenwarmen Mesoklima und den Kies- und Sandböden konnte sich eine sehr grosse Zahl von seltenen Pflanzenarten der Trockenwiesen neu ansiedeln: Beispiele sind Odontites luteus, Melampyrum arvense, Gentiana cruciata, Ophrys apifera, Pulsatilla vulgaris. Ein Hotspot der Artenvielfalt aber auch für die Fauna. Ursprünglich war geplant, diese Grube aufzufüllen. Nun scheint es so, dass sie aufgrund der Artenvielfalt und alternativen Deponiemöglichkeiten erhalten bleibt. Auf der westlich angrenzenden Fläche befindet sich eine zwar aufgefüllte Fläche, die aus Naturschutzgründen aber nicht humusiert wurde und sich zu einer grossflächigen Magerwiese entwickeln soll. Insgesamt ergibt sich ein Einblick in die Entwicklung einer gross-flächigen und artenreichen Pflanzenwelt durch eine naturschutzgemässe Gestaltung von Kiesgruben.